Tag 310 – Woche 8

Und da ist sie schon… einfach mir nichts, dir nichts… Woche 8.

Jeder Läufer mit Trainingsplan kennt das. Es gibt diese 2 Wochen im Trainingsplan vor denen man einen riesigen Respekt hat. Bei meinen Trainingsplänen sind das immer die Wochen 8 und 9 (von einem 12-wöchigen Trainingsplan).

Man ist schon relativ erschöpft vom Umfang der letzten Wochen (auch wenn man aus einer Regenerationswoche kommt) und dann trifft man auf 2 Wochen mit dem höchsten KM-Umfang und teilweise auch hohem Tempo. Wer liebt das nicht?!

Es stehen zwar nur 3 Laufeinheiten diese Woche an, jedoch ist eine davon ein Marathon und die restlichen Einheiten wie Krafttraining, Schwimmen und Lauftechnik sind auch nicht ohne. Das Ganze in Kombination mit meiner Diät, die im Moment wirklich schwer zu halten ist, da ich durch die viele Bewegung einfach immer mehr Hunger bekomme.

Ich muss zugeben ich hatte sehr große Angst vor diesen beiden Wochen. Noch nie zuvor war mein Trainingsumfang so hoch. Jedoch muss ich sagen, ich habe doch etwas an Angst verloren. Ich fühle mich sehr fit und immer noch recht erholt. Diese und nächste Woche einen Trainingsmarathon zu laufen erscheint auch nicht nicht mehr utopisch, da mein letzter Marathon vor 1,5 Wochen wirklich sehr entspannt war.

Auch wenn mein letzter Trainingswettkampf am Samstag so richtig in die Hose ging, da ich mich absolut überschätzt und die Umstände unterschätzt habe, denke ich, dass ich das schaffen kann. Vielleicht wird es sehr hart, aber ich habe jetzt bereits 22 Wochen dediziertes Training hinter mir und ich meine ich bin ein großes Stück weiter gekommen.

Mal sehen, ob ich kommenden Montag immer noch dieser Meinung bin… ;)

Tag 304 – Perspektivenwechsel

Wenn sich 12 km anfühlen wie 8 km und ein Marathon zum “normalen” langen Dauerlauf wird…

Ich hatte am Sonntag mal wieder einen langen Dauerlauf, jedoch war es diesmal ein Marathon. Meine längste Trainingsstrecke war bisher 35km und es liegt wirklich lange zurück, dass ich diese absolviert habe. 35km benötigt man nur für einen recht ambitionierten Marathon Wettkampf, was aber schon seit Jahren bei mir kein Thema mehr ist.

Ich kannte die Marathon Distanz bisher ausschließlich als Wettkampf. Etwas was einen zu 100% auslaugt, einen an seine körperlichen und mentalen Grenzen bringt und wonach man sich mindestens 3-7 Tage absolut nicht mehr bewegen kann und auch nicht möchte.

Ich bin die Strecke sehr defensiv gelaufen. Alle 5km eine Gehpause zur Verpflegung eingelegt und darauf geachtet, dass mein Puls wirklich nie den GA1 Bereich verlässt. Das hat sich als sehr gute Taktik herausgestellt. Bei KM35, wo mich meistens ansonsten der berühmte Hammermann begrüßt, hatte ich sogar ein kleines Runner’s High. Die letzte 4km beschloss ich dann noch etwas zügiger zu laufen (GA2 Bereich) und das war auch ohne Probleme möglich. Ich hätte nach den guten 42km auch noch weiter laufen können…

Das Ganze ist schon etwas gruselig. Die Marathon Distanz war bisher mein absolutes Limit und nun… ja, ich muss zugeben, ein Ultra scheint mir mittlerweile möglich. Sehr möglich.

Das Training verläuft im Moment wirklich gut und ich habe das Gefühl so fit wie lange nicht mehr zu sein. Auch die Intervalle heute (3 Tage nach dem Trainingsmarathon!) waren absolut ok und machbar.

Nächste und übernächste Woche stehen jetzt noch 2 Marathons an. Der erste in Hamburg und der zweite in Goitzsche und ich freue mich wirklich auf die Veranstaltungen. Hamburg ist sowieso einer meiner Lieblingsmarathons und vielleicht kann ich auf den beiden Events ein paar Leute mitreißen und ins Ziel schubsen. So wie es andere schon so oft für mich getan haben. :)

Tag 294 – Langer Sonntagslauf

Da heute ein sehr langer Lauf auf dem Trainingsplan stand, habe ich mich ausnahmsweise auf den Weg Richtung Heide gemacht, um mal ein bisschen Tapeten (bzw. Bäume und Felder) Wechsel abzubekommen.

Ich war insgesamt 5h 15min unterwegs und es lief wirklich überraschend gut, obwohl das Wetter viel zu warm war. Die letzten beiden Stunden hatte es um die 22 Grad und wirklich Schatten hatte ich auf meiner Strecke eigentlich nie. Ich hasse diese schnellen Temperaturanstiege im Frühling. Erst trainiert man Monate lang bei Wind, Regen, Schnee, Temperaturen maximal im einstelligen Bereich. Und dann, zack, innerhalb von 2-3 Tagen ist es kuschelig warm. Das mag für Leute, die gern Eis essen und spazieren gehen toll sein, mich macht Wärme aber leider so richtig platt.

Nichtsdestotrotz habe ich meine Strecke sehr konsequent und auch sehr erfolgreich abgeschlossen. Die Pace war ideal, meine Verpflegung genau richtig (2 Liter Wasser, 3 Gels und ein Müsliriegel) und ich konnte auf den letzten 5km nochmal die Pace ohne allzu große Anstrengung steigern. Und das Beste: meine Beine fühlen sich jetzt kein bisschen erschöpft an, ganz im Gegenteil. Das gibt Hoffnung für die nächsten Wochen und ich denke ich bin auf einem nicht soo schlechten Weg.

Besonders nach der wirklich stressigen letzten Woche bin ich froh so gut dabei zu sein. Ich hoffe ich bekomme die nächste Woche auch halbwegs gut rum und bin dann gespannt wie mein Training am nächsten Sonntag verläuft. Trainings-Marathon 1 von 3… ich bin bereit!

Tag 285 – In eigener Sache

Wer möchte darf mich gerne bei meiner Spenden-Sammelaktion für Ärzte ohne Grenzen unterstützen. Den Link dazu findet Ihr hier:

Ärzte ohne Grenzen – Spendenlink

Ich freue mich über jede Unterstützung! <3

Vielen Dank und bleibt gesund! :)

Tag 281 – Time flies

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Ich weiß nicht, ob mir das wirklich gefällt. ^^ Es sind noch genau 2 Monate bis zum großen Tag und ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich mich schon bereit fühlen würde.

Gestern hatte ich endlich wieder eine Trainingseinheit mit Langdistanz. Ich merke, dass die schnelle Steigerung der Umfänge ganz schön auf die Knochen geht. So große Sprünge waren bisher nie Teil meines Trainingsplans. Diese Woche ist eine Regenerationswoche und ab dann gehen die Trainingsumfänge in ganz neue Sphären. Puh!

Noch ist alles im Bereich des Machbaren. Ja, mein Zeitmanagement leidet sehr, insbesondere weil es noch keine Routinen gibt und ich teilweise auch nicht weiß wann was meinem Körper am Besten tut. Ich doktore noch viel an Trainingseinheiten und der optimalen Ernährung herum, aber ich glaube ich liege im Moment nicht komplett falsch.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, was die nächsten Wochen noch so mit mir machen werden und ich freue mich auf Mitte April, wenn ich dann auch wieder schwimmen gehen darf. ^^

Tag 268 – Mitten drin statt nur dabei

Die erste Woche von zwölf ist nun rum und die zweite hat bereits begonnen. Ich mache neue Erfahrungen mit Höhenmetern, längeren Läufen auch in der Woche und halte im Moment am “6 Tage pro Woche Training” Konzept fest.

Bisher hält sich alles im machbaren Rahmen. Die Läufe unter der Woche laugen aus und kosten wirklich viel Zeit, aber nichts was mich groß aus der Bahn werfen würde. Intervalle sind sowieso immer aus der Hölle, aber müssen sein um die Schnellkraft und Kraftausdauer nicht komplett zu verlieren.

Mit den mehrfachen Läufen durch hügeliges Gelände kommt mein Körper noch nicht so gut klar, aber ich hoffe dass man sich auch daran schnell gewöhnen kann.

Die Diät ist super angelaufen. Der Einstieg nach 3 Wochen Pause ist nicht so hart wie nach 6 Monaten und ich habe ein paar nette Sachen gefunden, die sich gut in den Trainingsplan einbinden lassen.

Für diese Woche sehe ich keine großen Herausforderungen mehr, mal sehen wie ich mich nächste Woche schlage. Da ist mal wieder ein ernstzunehmender langer Lauf an der Reihe, aber es könnte sein, dass ich nächstes Wochenende noch zu angeschlagen sein werde um so weit zu laufen. Ich baue mal darauf, dass es klappt. :) Wir werden sehen.

Tag 259 – Es ist soweit…

Es ist endlich soweit. Heute ist mein letzter Regenerationstag und morgen geht meine 12-wöchige Ultramarathon Vorbereitung los.

Ich freue mich wahnsinnig, bin aufgeregt und habe auch ein wenig Schiss. Ich habe keine Ahnung, ob mein zurecht gelegter Plan passt… habe ich genug Trainingseinheiten? Vielleicht doch zu viele? Habe ich mich in der Planung auch nicht übernommen? Wird es mit der Ernährung klappen? Reicht das alles um im Mai meinen ersten Ultra zu laufen? Ach, was weiß ich.

Es ist wirklich schon lange her, dass ich sportlich etwas angepackt habe, was so weit außerhalb meiner Komfortzone liegt. Ich habe viel Routine in dem was ich tue, sei es zu tanzen, zu unterrichten, zu performen, Wettkämpfe zu bestreiten. Aber man wächst ja an seinen Aufgaben… sagt mein Chef immer… seit 19 Jahren. Gefühlt bin ich schon 7 Meter groß. :D

Also. Packen wir’s an! Freuen wir uns auf Schmerz, Leid, Verzweiflung, Verunsicherung und auch auf die hoffentlich guten Trainingseinheiten.

Und auch wenn meine e-sport Zeit jetzt schon länger vorbei ist, pusht mich dieses Intro immer noch wie früher. <3 So, let’s get it on!

Tag 250 – Regeneration in vollen Zügen

Ich mag Regeneration. :)

Seit fast 2 Wochen wird fleißig gefuttert und mindestens 2 Mal pro Woche in der Sauna relaxed. Für den Geist ist es wirklich erholsam mal nicht seinem Trainingsplan hinterher hecheln zu müssen und mit gutem Gewissen ein Training ausfallen lassen zu können.

Nächste Woche werden die letzten Regenerationstage noch mit einem Kurzurlaub am Meer abgerundet. Besser kann es sportlich gesehen eigentlich kaum laufen.

Und dann… ja, dann ist es endlich soweit… der Weg zum großen Ziel wird mit zittrigen und ehrfüchtigen Schritten betreten. Puh… 12 wirklich spannende Wochen stehen mir dann bevor. Spannend und wahrscheinlich auch sehr, sehr hart. :D

Tag 238 – Two Rivers Marathon

Da sitze ich nun in meiner Unterkunft in Bruchem, die Beine hochgelagert und vertilge nebenbei etwas Vla (niederländischer Pudding).

Was ein Tag, was ein Rennen. Das Wetter hat es uns allen heute wirklich nicht leicht gemacht. Stetiger strammer Gegenwind, teilweise Orkanböen und ab KM30 fiel die Temperatur eben mal von 9 Grad auf 3 Grad und es hat in Strömen gegossen. Ich kann wirklich froh sein, dass Kälte eine meiner Stärken ist. Ja, das Wetter hat mich einiges an Zeit gekostet und ich hatte schon mal mehr Spaß als fast 5 Stunden durch so ein Wetter zu rennen, aber wirklich zu schaffen macht mir nur alles über 22 Grad. Ich bin einfach kein Sommer Mensch.

Ich werde die Tage noch einen ausführlichen Bericht zum Marathon selbst schreiben, daher hier alle Fakten kurz im Schnelldurchlauf:

Das Event war toll, super organisiert und familiär.
Das Wetter war ätzend.
Ich habe es ins Ziel geschafft (der Cutoff war bei 5h) und ich bin Vorvorletzer geworden. :D
Ich habe mich für den Two Oceans Ultramarathon qualifiziert. Was mir nichts bringt, da ich diesen in naher Zukunft nicht laufen werde, aber falls, werde ich mich auf jeden Fall wieder hier dafür qualifizieren.
Vla ist keine Schokoladenmilch.
Holländer sind sehr nett. :)

Ich werde mich dann bald in die Heia begeben und hoffen, dass ich morgen aus der selbigen wieder irgendwie aufstehen kann… ;)
Die kommenden 3 Wochen Regeneration habe ich mir verdient, denke ich. :)

Webseite des Two River Marathons

Tag 229 – Tapering

Und zack, nun ist es tatsächlich schon wieder soweit. Willkommen in der Tapering Phase!

Nach harten Wochen des Trainings ist es an der Zeit die Beine hochzulegen, viel zu schlafen und die Diät etwas zurück zu schrauben. Und dabei nicht durchzudrehen… denn dieser Rückschritt von 100 auf gefühlte 0 ist tatsächlich schwerer als man denkt. “Ärgere keinen Läufer in der Tapering Phase!!” ist nicht nur ein Spruch, sondern ein ernst gemeinter Rat!

Nur noch eine gute Woche… dann laufe ich den letzten Marathon Wettkampf für eine voraussichtlich sehr, sehr lange Zeit. Wenn alles läuft wie geplant wird der nächste höchstwahrscheinlich erst Herbst 2020 stattfinden können.

Eine PB ist ohnehin nicht geplant. In Hinblick darauf, dass im März dann das RICHTIGE Training los geht, trotzdem wäre es schön zu finishen (unter 5h). Aber die Welt würde auch nicht untergehen, sollte das nicht klappen. Man weiß ja nie was einen am Wettkampf Tag so erwartet.

Ich werde also noch eine Woche die Seele und die Beine baumeln lassen und versuchen bis zum 10.02.2019 keine unschuldigen Menschen meinem Tapering-Zorn zu unterziehen. ;)

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