Meine beste Freundin und ich haben ein System entwickelt mit dem wir Motivationssprüche bewerten, die einem fast täglich ins Gesicht springen:
“Glaube an Dich, dann kannst Du alles schaffen!”
“Die Frage ist nicht, ob man muss oder kann. Die Frage ist, ob und was man wirklich will.”
Wir bewerten diese Sprüche mit dem Aggressionslevel, das dieses Gelaber bei uns auslöst. Mag sein, dass diese Sprüche manchen Menschen helfen können, aber viele davon sind (leider) unrealistisch und für vieles einfach nicht anwendbar. Das Leben ist meistens nicht so schwarz-weiß…

“Dein Leben beginnt dort, wo deine Komfortzone endet.” ist auch eine dieser Weisheiten. Dieser erreicht bei mir nun nicht unbedingt einen hohen Aggressionslevel (vielleicht so 52%), ich halte ihn aber für vekehrt.

Ich bin sicherlich jemand, der seine Komfortzonen sehr oft verlassen muss. Meine Komfortzone ist teilweise ungesund klein, sodass diese mein Leben deutlich erschweren würde, würde ich zu viel darin festhängen. Das würde mir nicht gut tun.

Seine eigene Komfortzone aber ständig zu verlassen oder zu denken dieses tun zu müssen, weil es nur außerhalb derer lebenswert ist oder einen weiter bringt, finde ich etwas gefährlich. Es ist auf jeden Fall ein guter Weg sich Richtung Burn Out oder Depression zu steuern. Körper und Geist benötigen Erholung, einen Platz der Ruhe an dem man nicht ständig angespannt ist und auf der Hut sein muss. Außerhalb der Komfortzone fühlt man sich unsicher, unwohl, nervös. Dieser Zustand muss auch wieder abebben, um die Wirkung zu zeigen, die sich viele erhoffen. Nämlich eine Erweiterung ihrer Komfortzone.

Ja, ich bin für ein zeitweiliges Verlassen der Komfortzone (ohne hätte ich niemals nach 34 Jahren endlich mal einen Handstand geschafft), jedoch sollte man – vor allem sich selbst – auch die Zeit geben sich ausreichend in der Komfortzone zu erholen. Das gilt beim Laufen, wie auch im restlichen Leben.